Das perfekte Geheimnis Kritik

Das perfekte Geheimnis Kritik

Heute beschäftigt mich der Film: Das perfekte Geheimnis.
Ihr erfährt in dieser Kritik folgendes:

  • meine subjektive Meinung der Handlung
  • meine subjektive Meinung des Kinopublikums
  • meine subjektive Meinung der SchauspielerInnen und deren Leistung
  • subjektives Gesülze generell

Bevor ich aber meinen Senf dazu gebe, zieht euch erst mal den Trailer rein!

Das perfekte Geheimnis – offizieller Trailer © Constantin Film

Die perfekte Handlung?

Alle Protagonist*innen haben ein scheinbar perfektes Geheimnis, nur der Gastgeber des Dinners, Rocco, hat das perfekteste Geheimnis. Bei ihm kommen seine Kumpels am Ende des Film drauf, dass er ein Zweit-Handy hat und somit die Affäre vor seiner Frau den ganzen Abend verheimlichen konnte.

Oh, SPOILER-ALARM!!! Naja, das kommt jetzt wohl zu spät.
Nachdem ich euch jetzt das Ende verraten hab, plagt euch vermutlich der Gedanke, warum ihr überhaupt weiter lesen sollt. Für alle, denen diese pseudo-witzigen deutschen Komödien auch schon aus den Augen quillen, habe ich nämlich eine kleine Schimpftirade vorbereitet.

Bevor ich mit dem Böse sein loslege, muss ich zugeben, dass mich der Film wirklich gut unterhalten hat. Das ist allerdings auch der Grund, warum ich mich seit diesem verhängnisvollen Abend täglich selbst peitschend bestrafen muss. Drei mal am Tag schwinge ich die Rute und gelobe ich mantrahaft: „Ich darf nie wieder eine deutsche Komödie lustig finden!“

Bart Simpson Tafel
Ich darf nie wieder eine deutsche Komödie lustig finden!

Der Film und die Kritik von das perfekte Geheimnis selbst ist schnell erzählt. Die strunz-dumme Idee der unsympathischsten Figur am Dinner, Eva, die Handys zu offenbaren und so etwaige Geheimnisse aufzudecken, kann ich ja verstehen. Ich strotze nur vor saublöden Einfällen. Sie aber, ist unzufrieden, eifersüchtig, blablabla. Total hartes Münchner Wohlstandsleben halt. Könnt ich mir auch ständig die Pulsadern aufschneiden, wenn ich aus meinem 200 m² Dachterrassen-Loft auf die geistlosen niederen Existenzen in Schwabing runterschauen müsste. Aber, und jetzt kommt’s. Dass die Drehbuchautoren den IQ aller ihrer handelnden Personen auf AFD-Wählerniveau einpegeln und dieser Idee auch noch Folge leisten lassen, hat auch bei mir eine sofortige Lobotomie ausgelöst. Ich bin dann kopfüber in meine Nachos gerasselt und habe Käsesauce inhaliert.

Als ich von versauten Dialogen und Gestöhne wieder wach wurde, fuhr mir die Enttäuschung heftiger ins Stammhirn, als mein letzter Wasabi-Einlauf. (Leute, schaut euch später das Video an, es ist sensationell).
Leider haben sich die Protagonisten immer noch beschimpft, sich Vorwürfe gemacht und furchtbar dumm angestellt. Smartphone und Überwachung, hin und her, so blöd, wie da fremd gegangen, hintergangen, Parallel-leben geführt wird, zeigt uns, warum wir unseren Planeten freiwillig zugrunde richten. Die Homophobie der Rollen schreit zum Himmel und ich kotze fast. Dass das Outing der Rolle von Florian David Fitz, dem Schnuckiputz Pepe, im Jahr 2020 so ein Drama ist, ist rätselhaft, aber für das engstirnige deutschsprachige Sesselpfurzer-Publikum im Kinosaal ist das sicher noch ein Riesen-Ding. Haha, Riesen-Ding.

Das perfekte Publikum?

Wenn ich von etwas weniger begeistert bin, als von deutschen Filmen, wo ich weiß, dass der ganze Saal voll sein wird, dann sind das die anderen Proleten im Kino, welche mindestens genauso voll sind. Wenn, dann will ich der einzige Prolet sein. Ich will pöbeln, schmatzen und das Ende vorab verraten. Aber nein, natürlich sitzen hinter, vor und neben uns noch krassere Dudes und Dudettes. Man erkennt den Grad der Vollpfostenheit sehr gut daran, wie oft sie „OIDA!“ sagen und sich selbst „Bro“ nennen. Dass ist auch der Grund, warum ich mir die dämlichste Filmserie aller Zeit und auf Ewig „Fast and Furious Gerotze“ nicht ansehe und hart ignoriere. EXPLOSION! AUTO! QUIETSCH! MUSKELN! HALBNACKTE FRAUEN! Wow, was für eine Glanzleistung an cineastischem Vermögen.

Wie passt das aber jetzt zur „Das perfekte Geheimnis Kritik“? Nun, da wir uns immer dafür entscheiden Filme nicht in den ersten vier Wochen der Erscheinung anzusehen, relativiert sich der unangenehme Faktor Mitmensch sehr. Also bis auf meinen latenten Hang zu einem Soziopathen zu mutieren, war es ganz erträglich. Und von der Käsesauce in der Nase zerre ich heute noch. SCHNUPF!

Die perfekten Schauspieler?

Davon abgesehen, dass ich diesen ach so hübschen Elyas M’barek in etwa so ausstehen kann, wie ein riesengroßes eitriges Furunkel im Gesicht, hasse ich diese Constantin Film Komödien allesamt. Weil sie mich Schmunzeln lassen, weil sie mich unterhalten und das sind allesamt Attribute, die ich an Filmen hasse! Ich will Tod, Elend, Verderben und Sad Ends.
Das perfekte Geheimnis kommt in etwas so subtil daher wie ein Hitlerwitz und das freut natürlich alle. Erwartungen müssen nicht einmal geschürt werden – ZAKK – werden sie auch schon erfüllt. Und dazu immer dieser vor Selbstgefälligkeit strotzende Adonis von Mr. Perfect M’Barek Arsch. Ich hasse ihn.

Der einzige Lichtblick vor dem Film war für mich Karoline Herfurt. Wie ich sie geliebt habe in dem schmachtenden, künstlerisch unübertroffenen Teeny-Drama „Mädchen, Mädchen“. Doch selbst die, spielt nur eine überarbeitete koksende Karrierefrau und bedient damit alle Klischees, welches es dazu gibt.

Jeder Charakter schreit nach Holzkopf oder Zicke. Einzig Bianca scheint als Figur gut getroffen und authentisch gespielt. Ein Applaus für Jella Haase. Der „die Welle“ Typ ist unausstehlich, meine früher auch so heiß geliebte Jessica Schwarz ist unausstehlich. Warum nur? Nun, das resümiere ich im nächsten Absatz.

Das perfekte Geheimnis – Kritik und Resümee

Was soll man von einem Film halten, der nur so von Klischees und wohlstandsdeutscher Moral so strotzt? Was soll man davon halten, dass es am Ende darauf hinausläuft, das der Schlaueste dann eben doch nur ein Arschloch ist? In meinen Augen hatte der Regisseur nicht den Schneid, das richtig durch zuziehen und realistisch darzustellen. Somit wirkt der ganze Film steif, hölzern, gestellt und als reine Selbstdarstellungs-Plattform der sonst sehr tollen SchauspielerInnen. Warum ich mich trotzdem sehr gut dabei unterhalten hab, fragt ihr euch? Das wiederum, liebe Leser und Leserinnen, ist meiner generellen unterirdischen Erwartungshaltung und meinem sehr fragwürdigen Niveau- und Humorverständnis geschuldet.

Wenn ihr zur Abwechslung eine positive und liebe Kritik lesen wollt, die Dzenny hat vor Kurzem ihren Liebling, die Sex and the City Serie besprochen. Schaut da mal vorbei und spürt ihre Liebe zu diesem Klassiker der Nuller-Jahre!