Batman vs. Superman

Batman vs Superman

Ich war zugegebenermaßen ein riesen Comic -und Superheldenfan als kleiner Junge und dann kommt der Film Batman vs Superman daher. Mini-Me ging als Batman in den Fasching (als Kind und Erwachsener), hat sich selbst seine Episoden ausgedacht und fand auch den Superman (die Christopher Reeve Version) echt super – Haha, Wortwitz!

Zum Teil bin ich heute noch begeisterter Comicverfilmungsfan, aber nicht ausschließlich. Warum? Das liegt zum einen an der inflationären Verblockbusterung aller Charaktere aus dem Marvel und DC Universum. Zum anderen an dem herbei gezwungenen Zusammenpferchen diverser Helden in einen Film, nur um die Absatzzahlen (Kinobesucher, Merchandise-Artikel, US Army) zu erhöhen. Somit komme ich auch zum meinem enttäuschten Review von Batman vs Superman.

Batfan vs. Super-Gähn

Ja, ich bin Batman-Fan! Adam West also leicht homoerotischer Batman der Swinging Sixties war mein erstes männliches Vorbild.
Sorry, Papa!

Silver Screen Collections – Getty Images file

Ich habe mir alles von Captain Fledermaus reingezogen (Hörspielkassetten, Stickeralbum, Kinofilme). Für die Millenials unter den Lesenden. Kassetten sind dünne Tonbänder aus elektro-magnetischen Streifen auf denen man meist Musik, aber auch Hörspiele hören könnte. Also Podcasts für richtig alte Menschen, wie mich. Die Tim Burton Version des Batmans der 90er ist heute noch mein absoluter Favorit. Klar, es gab dann auch die Schrott-Varianten mit Jim Carrey als Riddler und Governor Arnie als Eiskastentyp, aber hey: Es waren die 90er. Techno und Boybands hypten sich auch um die Welt. Die Christopher Nolan Batman-Reihe wird sowieso später mal Kultstatus genießen. All diese Filme waren ehrlich. Und in gewisser Weise reduziert auf das Wesentliche. Superheld bekämpft Bösewicht(e) und ein bisschen Liebe hinzugewürzt.

*Auskotzmodus an*
Aber was soll dieses Crossover jetzt? Batman vs Superman? Ich mag Ben Affleck, ich mag ihn auch als Batman. Da kann man nicht meckern. Er macht zwar ein bisschen viel auf Clooney, aber das ist vertretbar. Dieser ausdruckslose Superman aber nervt gewaltig. Super-Lulu möchte ich fast sagen. Da tut er so heroisch und wird vergöttert, sodass alle Angst haben vor dem Man of Steel und dann wird er da so dilettantisch hingestellt.

Handlung vs. Monster

Und dann haben wir noch die, meiner naiven, vielleicht dummen Meinung nach, Handlung. Ich will eigentlich gar nicht Handlung sagen. Nennen wir es, Aneinanderreihung von Rotz. Da wird irgendwie mit Gewalt versucht die geniale Boshaftigkeit von Lex Luthor reinzubringen, den Gerechtigkeitssinn von Batman, den kleinen Superboy ein bisschen zu tadeln, ein bisschen Lois Lane Liebe (wie schlecht und hilflos ist Amy Smart eigentlich in dieser Rolle), ein bisschen Mama Herzschmerz, die großartige Wonderwoman wird auch noch reingezwickt und zwischendurch mal der groß angekündigte Superhelden Fight (LOL, wie lahm). Und dann, als ob man sich nicht eh schon lieber die Zehennägel ziehen möchte, wächst noch so ein Super-Krypton-Monster, welches bekämpft werden muss.

Damit komme ich einfach nicht klar. Als hätten die Macher des Films zu viel reinpacken wollen in einen Koffer, der allerhöchstens saubere Hemden verträgt. Hier sind aber 150 Kilo schmutzige Schlüpfer in ebenso viele Minuten gepackt worden und das stinkt gewaltig. Leute, weniger ist mehr! Damit hat mir Hollywood schon die Avengers und das Marvel Universum kaputt gemacht und jetzt auch noch DC. Einzig Supermans Tod hat mir kurz ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, aber auch wieder wütend gemacht. Wegen fliegender Erde und so.

*Auskotzmodus Ende*